(81) Staatsempfang

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Mittwoch, 2. Mai 2018: Burgos (Pausentag)

Gestern Abend habe ich mich mit Taylor, Livia und Dominik in der Bar vor der großen Herberge, unweit der Kathedrale getroffen. Zuerst haben wir dort wieder Karten gespielt und viel gelacht. Später sind wir in das Restaurant „La Favorita“ gezogen, um uns dort den Gaumenfreuden hinzugeben. Es wurde spät. Heute Morgen spüre ich noch etwas den gestrigen Abend …

Der heutige Tag ist primär der Arbeit gewidmet, die ich von meinem Hotelzimmer aus verrichten kann. An dieser Stelle sei gesagt, dass ich das auf dem Jakobsweg nicht empfehlen kann. Lasst Eure Arbeit und andere (regelmäßige) Verpflichtungen zu Hause und gebt Euch die Chance, ganz in den Camino einzutauchen. Fühlt den Weg, die Natur und die Menschen, die Ihr trefft; Ablenkung von außen weitgehend unterbinden.

Ein Besuch der Kathedrale ist heute Mittag nicht möglich: Mariano Rajoy, der spanische Regierungspräsident, ist heute hier. Ist er gekommen, um mich zu begrüßen? Das ist aber nett! Eine Besichtigung des Inneren dieses grandiosen Gotteshauses entfällt also diesmal. Ich zeige aber ein paar Fotos von vor vier Jahren. Es ist schade, denn gerade hier ist so viel Kraft und Energie. Meine Mittagspause verbringe ich wieder vor der bereits erwähnten Bar und treffe Ulla und Julio wieder. Dieses Pärchen ist einfach herrlich. Sie ziehen direkt weiter, denn Sie mögen keine Städte.

Seit dem elften Jahrhundert war Burgos die Krönungsstadt der kastilischen Könige und während des spanischen Bürgerkriegs die Basis von General Francos nationalistischer Regierung. Aus der Gegend stammt der spanische Nationalheld El Cid, der mit bürgerlichem Namen Rodrigo Díaz de Vivar heißt. Er ist mit seiner Frau Jimena in der Kathedrale von Burgos begraben. Nur eine simple Marmorplatte weist auf die Grabstätte hin, aber viele Leute sagen, die prächtige Kathedrale sei sein Grabmal.

Am Nachmittag bin ich wieder in meinem temporären Büro gegenüber der Kathedrale und mache anschließend noch eine Siesta, bevor ich mich ab Abend wieder mit Livia und Dominik treffe. Auch Taylor hat die Stadt bereits verlassen, und so streifen wir später mit Dirk und Silvia durch diese herrliche Stadt mit Ihren schönen Plätzen und den Häusern mit verglasten Balkonen. In einer sehr einfachen Bar essen wir leckere und preisgünstige Fischsachen. Die Bestellungen werden einzeln in Richtung Küche geschrien und wenige Minuten später serviert.

In einem anderen Lokal beenden wir den Abend früher als gestern, da Silvia um 22:30 Uhr in der Herberge sein muss und ich morgen früh eine wichtige Telefonkonferenz habe. Dirk hat sich bereits vorher verabschiedet. Er tritt aus persönlichen Gründen morgen die Heimreise nach Deutschland an und wirkt sehr geknickt. Es ist immer traurig, so Abschied nehmen zu müssen. Ich begleite Silvia noch bis zur Herberge und bin wenige Minuten später in meinem Hotel, um für morgen Kraft zu tanken.

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